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Autor Thema: Energiewende - es bleibt schwierig  (Gelesen 174820 mal)

Peiresc

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1065 am: 20. August 2019, 14:39:56 »
Wenn also alles schieße ist, warum Pfeifen wir dann nicht gleich das Spiel ab?
Das wäre die falsche Antwort. Die richtige ist: Öffentlich den Klimawandel zum Hoax erklären aber Grönland kaufen. Das wird bald bewohnbar sein.

PeterPancake

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1066 am: 20. August 2019, 20:22:35 »
Wenn also alles schieße ist, warum Pfeifen wir dann nicht gleich das Spiel ab?

Was willst du den genau abpfeifen? Die Menschheit aufgeben?

Es geht ja in diesem Faden um die einerseits utopische Sicht einer unzureichenden "Energiewende" und andererseits um die Machbarkeit dieser. Das es zu Problemen kommt ist garantiert, insbesondere wenn unterschiedliche Ideale aufeinanderprallen. Wobei das schon selbst schwierig ist da es Maßnahmen auch verzögert. Gehandelt wird trotzdem auch wenn die Sache ausweglos und quasi scheiße ist.

Ich bin auch eher missmutig über die zukünftige Herangehensweise auf die Umwelt und sehe keine Alternative außer Einschränkungen.

Schwuppdiwupp

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1067 am: 20. August 2019, 20:47:27 »
Leider sehe ich gerade bei der Umweltbewegung da keine Kompromisbereitschaft, im Gegenteil, man instrumentalisiert die gesellschaftliche Aufmerksamkeit als Waffe gegen alles andere.

Keine Ahnung, wer "die Umweltbewegung" ist. Wahrscheinlich eine unzulässige Verallgemeinerung wie "die Moslems", "die Deutschen", "die Ossis", ... you name it.

Eines ist gewiss: Die Natur wird keine Kompromissbereitschaft zeigen. Wenn nicht serh bald sehr entschieden gehandelt wird, wird - meiner unmaßgeblichen Meinung nach - spätestens das nächste Jahrhundert für die Menschheit nicht erfreulich. Wenn die Antarktis komplett schmilzt, dann hebt sich der Meeresspiegel um 52 m. Da hilft auch kein Feilschen darüber, ob die Antarktis wirklich je komplett eisfrei sein wird oder ob es 52 m oder "nur" 25 m sind. Das interessiert die Natur so gar nicht.

Alleine die dann entstehenden weltweiten Flüchtlingsströme werden alles bisherige um Größenordnungen übertreffen. Alleine die Vorstellung finde ich erschreckend.
Ach, was weiß denn ich ...

Belbo

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1068 am: 20. August 2019, 21:16:32 »
Leider sehe ich gerade bei der Umweltbewegung da keine Kompromisbereitschaft, im Gegenteil, man instrumentalisiert die gesellschaftliche Aufmerksamkeit als Waffe gegen alles andere.

Keine Ahnung, wer "die Umweltbewegung" ist.

Das Gründungsfeindbild von Psiram, auch gerne als Wohlstandsmaden tituliert.  :grins

Zitat
Wenn die Antarktis komplett schmilzt, dann hebt sich der Meeresspiegel um 52 m.

Ich erinnere mich dunkel an Lösungsvorschläge hier die hundertausende gigantischer Tampons zur Urangewinnung aus Meerwasser und  weltweite Dämme an den Küsten in entsprechender Höhe , als rationale Lösungsvorschläge anboten.  :2thumbs:
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Peiresc

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1069 am: 20. August 2019, 21:28:16 »
Ich erinnere mich dunkel an Lösungsvorschläge hier [...] :2thumbs:

1)
Zu den sonstigen „Überlegungen“ unseres geschätzten Foristen Ruben nur:
Zitat
bla[citation needed]

2)
Zitat
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Belbo

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1070 am: 20. August 2019, 21:37:57 »
Wohl mein Fehler, soviel zur Erinnerung ich dachte es wäre Groucho gewesen.
What Skyway promises is not realizable, what Skyway can realize is not saleable.

Fool

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1071 am: 20. August 2019, 21:46:58 »
Zitat
Ich ... sehe keine Alternative außer Einschränkungen.

Konkrete Vorschläge zur Hand, die auch was taugen und durchsetzbar sind?

PeterPancake

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1072 am: 21. August 2019, 20:40:33 »
Konkrete Vorschläge zur Hand, die auch was taugen und durchsetzbar sind?

Inwiefern durchsetzbar?

Der Staat greift durch Firmenwagen, Dieselförderung und KFZ-Steuern in den Automobilmarkt ein (auch die Abwrackprämie/Umweltprämie 2009). Eine Energieeinsparung könnte der Staat im Verkehr mit Klein- und Kleinstwagen forcieren. Durchsetzbar definitiv - nur ob es gesellschaftlich und politisch gewollt ist, ist fraglich. Die Japaner kriegen es z.B. hin mit ihren Kei-Cars zu leben und es sieht nicht danach aus das sie dadurch in ihrem Lebenstandard beeinträchtigt sind.

Zitat aus dem Artikel von Typee der den Punkt vom Verkehr erwähnt.
https://forum.psiram.com/index.php?topic=9775.msg235330#msg235330
Zitat
- Mit Energieeinsparungen wird Geld eingespart, statt es wenig effizient auszugeben: Würde beispielsweise im Verkehr 12% weniger Kraftstoff verbraucht, so sparte dies mehr Energie ein, als alle Windkraftanlagen liefern. Zum Vergleich: Die Leistung der neu zugelassenen PKW hat sich in den vergangenen 10 Jahren im Mittel um 18% erhöht, ihre Anzahl um 11%

Noch ein guter Artikel der ein Status Quo des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland aufzeigt.
https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/kraftstoffe

Es wäre möglich gewesen die Kopplung der Umweltprämie von 2009 mit einer Verkleinerung von Fahrzeugen (keine SUV's) in Deutschland durchzuführen.

sailor

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1073 am: 22. August 2019, 00:13:29 »
Man möge mir meine durchaus polemische Verallgemeinerung "die Umweltbewegung" verzeihen... ich steige dort noch weniger durch als bei "der Linken". Ich meinte damit jene Umweltaktivisten, die vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht bereit sind vorher gehypte Ziele wieder zurück zu nehmen, bspw. den Atomausstieg.  Oder die ablehnenden Positionen im Bereich Genetik und Agrarwissenschaften aufzugeben.

Konkrete Vorschläge:

Fossile Energieträger zu reduzieren/aufzugeben ist ein ziemlich konkreter und auch naheliegender Vorschlag, aber es fehlt die Substituierung. Wenn die dadurch entstehende Lücke nicht geschlossen wird gibts totale Einschränkungen. Die Elektromobilität verschärft das Problem noch, weil hier Öl durch "Kraftwerke" substituiert werden müsste. Selbst mit weniger Autos, weniger Energieverbrauch bräuchte man mehr Strom.

Der Individualverkehr, des Deutschen liebstes Kind, ist nicht so sehr der Bringer bei CO2. Schliesslich muss man auch sagen, dass durch die Diesel"Förderung" der Wirkungsgrad der Motoren gestiegen, der Verbrauch und damit der CO2 Ausstoß relativ gesunken ist. Dass diese Motoren in halben Panzern stecken und 2-3 t bewegen steht auf einem anderen Blatt. Man könnte bei der Besteuerung von PKW ja einerseits mit der absoluten Leistung arbeiten und andererseits das Leistungsgewicht mit einbeziehen... sowmit leichtere Fahrzeuge mit niedriger Motorisierung fördern/besser stellen.

Ein größerer Beitrag kann aus dem Bereich Wärmerückgewinnung kommen, sowohl industriell als auch privat. Heizen und Warmwasser verbraucht eine Menge Energie, weshalb Dämmung und die Förderung energetischer Sanierung ihren Zweck hat. Die Abwrackprämie für Heizungen ist ne nette Idee, darüber hinaus werden viele Neubaugebiete und größeren Wohnblocks bereits mit Blockheizkraftwerken geplant. Bei der Planung und dem Bau von Versorgungsleitungen könnte das Verlegen von Fernwärme gleich mit eingeplant werden, genauso wie ne "Rohrpost" (Transferröhren) für Kleinlieferungen (Damit kann man den Lieferwagenverkehr auf der letzten Meile reduzieren). Gleichzeitig könnte man existierende Kraftwerke auf Wärmelieferung umrüsten und so dort den Wirkungsgrad erhöhen... auch Industriebetriebe könnten Restwärme einspeisen. Leider ist der Wirkungsgrad der Thermoelektrizität sehr gering, sonst könnte man diesen auch mit einbringen zur Abwärmeverwertung.

Was etwas futuristischer ist: Reduzierung der Sonneneinstrahlung durch Orbitalschirme und das "Dumpen" von CO2 in verschiedensten Formen. Zu ersterem will ich nichts weiter sagen, ausser, dass es extrem cool wäre und der Raumfahrt ordentlich schwung gäbe. Das zweite ist interessant, wenn man signifikante Mengen Kohlenstoff aus der Atmosphäre bekommen könnte. Großtechnisch verbraucht das Energie, über Pflanzen (insbesondere Bäume) dauerts zu lange. Schnell wachsende Pflanzen (Gräser wie Bambus) und die bereits genannten Cyanobakterien (welche teilweise effizientere Photosynthese betreiben als "höhere" Pflanzen) könnten genug CO2 binden, wobei der dabei entstehende Kohlenstoff dann "verbrennungssicher" gelagert werden müsste... vieleicht in Tiefseebereichen in reiner Form?

Sauropode

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1074 am: 22. August 2019, 00:35:01 »
Nicht. vergessen: weniger Menschen, also radikales Absenken der Bevölkerungsdichte. Wobei ich die Wege und Mittel dazu meist als sehr inhuman empfinde.
Die schlimmste Idee ist die einer besseren Welt.

Groucho, Du fehlst!

sailor

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1075 am: 22. August 2019, 13:06:31 »
Langfristig ist das eine Option aber auch Folge und Notwendigkeit. Kurzfristig geht das nicht. Mittel- und langfristig muss ein weltweites Ziel sein, die Geburtenraten so zu nivellieren, dass die Verteilung/Verfügbarkeit von Wohlstand oder auch nur Basisbedarfen der Verteilung von Menschen entspricht. Dann verteilen sich die Menschen nämlich weniger um (aka migrieren nicht mehr). Aber wie gesagt, kurzfristig ist die aktive Reduzierung der Weltbevölkerung keine Option. Was passieren kann ist die Reduzierung verletzlicher Populationen, also mal wieder der Ärmsten, insbesondere in der Dritten Welt. Diese haben auch mit die höchsten Geburtenraten (weil sie arm sind und weil große Familien dort immer noch ein entscheidender Überlebensfaktor sind). Ich sehe die Bevölkerungsdichte nicht ganz so schwarz, die menschliche Kultur neigte schon immer zur Verdichtung/Urbanisierung. Das hat immense Vorteile auch für den Umweltschutz, da man Ver- und Entsorgungssysteme effizient bündeln kann und weniger Fläche pro Mensch verbraucht. Ein "Rückzug in die Städte"  kann auch Vorteile bringen.

Ein Beitrag bei den Salonkolumnisten zur Grundsatzdebatte:
https://www.salonkolumnisten.com/ueber-den-klimawandel-reden-aber-richtig/

Belbo

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1076 am: 22. August 2019, 14:34:41 »
Solange die Feindbilder stimmen muss man ja nur mit den Grünen Wohlstandsmaden machen was sie verdienen.

What Skyway promises is not realizable, what Skyway can realize is not saleable.

Schwuppdiwupp

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1077 am: 22. August 2019, 20:12:29 »
Der Typ, dem dieses Auto gehört, findet das wahrscheinlich auch noch witzig ...
Ach, was weiß denn ich ...

Fool

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1078 am: 22. August 2019, 20:21:28 »
Zum verlinkten Beitrag der Salonkolumnisten:
Nudging empfinde ich als schäbiger, denn echte Forderungen/Verbote.
Bei letzteren weiß man wenigstens, woran man ist.
Beim Nudging wird versucht, dem Blöderen etwas aufzuschwatzen, in der Hoffnung, dass er nicht mitbekommt, worauf er sich einlässt.
Wer sagt übrigens, dass die "Nudger" richtig liegen?

Mir stößt das Thema immer sauer auf, weil Sentience Politics mit derselben Strategie ihren Veganismus durchdrücken wollten.

sailor

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Re: Energiewende - es bleibt schwierig
« Antwort #1079 am: 16. September 2019, 18:58:19 »
Eigentlich ein toller Artikel für Psiram, für jeden was dabei, "indigenes Wissen", Agrarlobby, Glyphosat suche ich noch ;)

https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html?utm_source=pocket-newtab

Mal was ernstes dazu: Terra Preta ist wie beschrieben, schon länger bekannt. Das "Geheimnis" liegt in den porösen Strukturen der Pflanzenkohle (und beim Original auch in porösen Keramikresten). Die Fruchtbarkeit entsteht erst, wenn diese Strukturen Nährstoffe und Wasser speichern, in der Regel durch Fäkalien (Stickstoff, Phosphor). Die Terra preta Gebiete am Amazonas wurden über Jahrhunderte aufgebaut, wobei mir nicht ganz klar ist, ob dies bewusst (von wegen Wissen der Indianer) oder unbewusst wg. Wanderfeldbau und Sesshaftigkeit geschah. Dort wo Böden fruchtbar sind bleiben Menschen mit ihren Tieren, was wiederrum mehr Brandrodung und Fäkalien bedeutet.

Für heutige Landwirtschaft ist das Thema nicht attraktiv, weil man zuviel "Holzkohle" bräuchte, womit die CO2-Bilanz grottig wäre. Auch erschliesst sich mir nicht, wo die CO2-Bilanzen durch die Herstellung der Erde (wie im Artikel zu Tierpark und Zoologischem Garten Berlin genannt) ins Negative rutschen sollen. Bei der Verkohlung von Pflanzen fällt immer noch CO2 an und die Holzkohle zerfällt auch (langsam aber sicher, insbesondere an der Oberfläche). Das CO2 wird also nur vorübergehend gespeichert. Dann kann man Holzkohle auch gleich vergraben. Was mich an dem Bericht besonders stört ist die Darstellung, dass man mit Terra Preta auf mineralische Dünger und Pestizide verzichten kann... was so nicht nachvollziehbar ist. Im Bereich der Dünger kann man es für Stickstoffe, die man durch Fäkalien ersetzt... aber andere Mineralien sind schwer und Pestizide ersetzt Terra preta schonmal gar nicht, im Gegenteil, auch Unkraut wächst da besser und Insekten/anderen Pflanzenschädlingen ist der Boden herzlich egal.

Terra preta ist eine Möglichkeit die Fruchtbarkeit zu erhöhen, wenn man die entsprechenden Zutaten kostengünstig zur Verfügung hat. Das was div. Hobbyseiten so zeigen (anbrennen, ablöschen) halte ich für mist, weil dabei neben CO2 auch andere Luftschadstoffe frei entweichen. Dann lieber den guten alten Kohlenmeiler, da gibts auch noch Teer und anderes zu gewinnen.